Hervorgehobener Beitrag

Shui Tang in YouTube

Für Leute die sich für Keramik und Tee interessieren. Shui Tang hat ein YouTube Kanal.

https://youtube.com/@shuitangzh?feature=shared

Ich möchte dort nicht als Expert auftreten. Je mehr ich über Keramik und Tee lerne, desto weiß ich was ich nicht weiß.

Vielmehr würde ich dort etwas posten, was sich lohnt aufzubewahren. Zum Beispiel die Aufnahme über den Vortrag von Lo Senhao in Einsiedeln.

https://youtu.be/ov0dnonxV2w?feature=shared

Dort hat er erzählt was er über Menschen, Keramik und dem Universum nachdenkt.

Dort werde ich auch kurze Filme Upload machen, die uns näher zum Ästhetik der Keramik und Wachstums des Tees als Kreislauf bringen. Meister Lo, Meister Atong oder Meister Hsu kommen dann zu Wort. Bei Beschreibung des Videos (bitte klicken bei dem Video) würde ich dann die Dialoge übersetzen oder hier im Blog ergänzen.

Ich freue mich auf diese Art die Teeliebhaber zu begegnen und gegenseitig zu begleiten!

Am 28.04.2024 im Kloster Einsiedeln – der Vortrag von Lo Senhao über Tianmu Keramik

Gongfucha Stunde gestern

Die Teestunde gestern Nachmittag hat in mir ein Gefühl geweckt, das ich lange nicht mehr gespürt hatte.
Ich bin in einer traditionellen taiwanischen Familie aufgewachsen und bin tief von den Archetypen der traditionellen taiwanisch-hokkienischen Frau geprägt. Da ist die „Khiàng-tsa-bóo“, die starke, resolute Frau. Da ist die „Sam-pat A-hua“, die alberne, quirlige Närrin, und die gutmütige, naive „grosse Schwester“. Da ist das „Rapssamenkorn“, das dort Wurzeln schlagen muss, wohin der Wind es trägt, und Oshin, die stille Dulderin. Nach 1949 kam noch die „Qingyi“ der Peking-Oper dazu: sanft, gütig, ehrerbietig, genügsam und nachgiebig. In meinem Inneren verweben sie sich unaufhörlich, geraten in Konflikt und versöhnen sich wieder. Wohl deshalb müssen die Kriegerin und die Magierin in meinem Wesen diese Frauen, die sich in mir verbergen, immer wieder hervorbitten und mit ihnen sprechen. Sonst finde ich keine Ruhe. Die Kriegerin entspricht der starken Frau „Khiàng-tsa-bóo“. Ihre Kehrseite ist oft die naive grosse Schwester, die sich ständig selbst etwas vormacht: Dies ist gut, und jenes ist auch gut. Mein forsches, kämpferisches Ich hält das Zerbrechliche und Weiche in mir oft kaum aus.


Im Juni kam ein guter Freund mit seiner Familie in die Schweiz, um Shuitang tatkräftig zu unterstützen. Gemeinsam zogen wir in die „Schlacht“, und gemeinsam machten wir Ausflüge. Alle mochten den Jungen, und das Teewissen meines Freundes beeindruckte alle. Am meisten berührt hat mich aber die Gegenwart seiner Frau. Während wir „die Klingen wetzten“, waren wir mal ganz in die Arbeit vertieft und mussten mal unerwartete Probleme lösen. Sie war immer im Hintergrund, hielt still die Stellung, kümmerte sich um das Kind und gab mir Halt. Ihre Grosszügigkeit und Wärme haben das Weichste und Tiefste in mir berührt. Vielleicht ist das eine andere Möglichkeit der Kriegerin: die ganz selbstlose Unterstützung, die beste Verbündete im Hintergrund.
Am Teetisch muss Schüler beim Anordnen der Teeschalen viel Mut mitbringen. Er/sie muss ihr innerstes Herz offenlegen und mit den Menschen im Augenblick und mit sich selbst ins Gespräch kommen. Diesmal lagen Teeschalen, Ausgiesskanne und Teeschaufel verstreut auf dem Tisch. Die lernende Charen legt Ihr Herz offen auf den Tisch. Ich sah Durcheinander, Anspannung und Unklarheit. Eigentlich muss man nicht ständig fragen „Wie geht es dir?“, wenn Mensch auf Mensch trifft. Wer mitfühlen kann, fühlt ohnehin mit. Ich verstand, was sie in diesem Moment erlebte. Doch wie konnte ich ihr helfen, jeden Schritt zu klären?
Das Herz eines Teemenschen ist weich. Ich konnte ihr Fragen stellen, sie führen und etwas in ihr anstossen. Das Licht in ihren Augen wurde immer heller. Ihr Teetisch bekam immer mehr inneren Zusammenhang und wurde immer interessanter. Die Beziehungen zwischen den Teeschalen und den übrigen Utensilien wurden immer deutlicher. Die Menschen am Teetisch waren keine vereinzelten Atome mehr, und auch die Teegeräte standen nicht mehr isoliert nebeneinander. Die Menschen teilten den Augenblick, es entstand Verbindung, und der Teetisch bekam einen Sinn.
Die Kriegerin soll zur Magierin werden, die Blei in Gold verwandelt. Die Welt des Tees ist schön und zauberhaft. Man wahrt das rechte Mass und ist innerlich doch frei. Man hütet die Grenzen und lässt trotzdem Spielraum. Ich hoffe, dass ich mich eines Tages nicht mehr in Streitigkeiten zwischen Menschen rechtfertigen muss. Dann kann ich mich ganz der Welt des Tees widmen und darin frei spielen und Neues entdecken.

„White Water“ von Lin Hwaimin und Huangjingui

«So weht mein Leben flüchtig durch die Zeit,

ist bald vertönt und mündet doch geheim

ins Reich der Sehnsucht und der Ewigkeit» Herman Hesse

Um die Flüchtigkeit des Lebens zu begegnen, trinke ich eine Tasse Huangjingui aus der Vergangenheit.

Er ist ein traditionsreicher Oolong Cultivar aus Fujian. Er gewinnt an Popularität durch seine früh spriessende Eigenschaft im Frühling, während alle anderen Teepflanzen noch im Winterschlaf versinken. Er eignet sich für fermentierte Teesorten, Anfang der 90er Jahre wurde der Tee nach Taiwan gebracht, und seitdem wächst dieser bekannte Oolong auf der Insel.

In Hochland Lishan wuchst ein Huangjingui Garten, der heute leider nicht mehr existiert. Ich hatte Glück 2015 eine kleine Partie von meinem Lehrer Chen Huantangs Schatzkammer zu erwerben.

Der Tee wurde schonend gepflückt, an einem sonnigen Tag produziert. Langsames Welken, Wenden und fermentieren. Ausreichende Fermentation in sehr kalten Nacht gewinnt dieser Tee aussergewöhnliche Eleganz und Körper!

Später wurde er leicht von Atong geröstet und sorgfältig gelagert.

Honigsüsser Duft, auf dem Gaumen schmeckt der Tee nach reifen Guaven und Osamanthus Blüten. Wohltuend und entspannend. In verschlossenen Augen hätte man das Gefühl den Morgennebel in Lishan zu sehen, die streifenden Wolken ziehen durch die Berggipfel. Die Fantasie schwebt wie die Schritte des Tänzers, gleitend durch die unsichtbaren Wege zwischen den Hügeln, Wasser und Himmeln…

Taiwaner Choreograph Lin Hwai-Min entwarf 2014 ein aussergewöhnliches Stück «White Water», um die vergehende Zeit zu symbolisieren. Das Leben ist wie Wasser. Die Schönheit des Lebens liegt im Fliessen, doch es entschwindet unausweichlich. Was der Mensch unternehmen kann, ist um Vergehen still zu empfinden, sich zu erinnern und den Körper wieder mit dem Sein und Natur zu verbinden.

Herbstlicher Neuanfang

Nach einer sehr intensiven Sommerzeit bin ich in einer sehr faulen Phase hineingefallen.

Ich bin sehr glücklich, dass alles wunderbar gelaufen ist. Ich bekam sehr viele Hilfe, erlebte tolle Begegnungen und viel gelernt. Mein Teewissen von Puer wurde von Yu persönlich upgedatet und neues kennengelernt. Frage, die mich jahrenlang beschäftigten über Keramik, erhalte ich durch Lo Senhao spannende Richtung nach Antwort zu suchen und kann meine ästhetisches Horizont erweitern. Ich möchte gerne meine Gedanke und Reflexion mit Interessierten teilen – ich fange bald an.

Hier möchte ich fünf neue Veranstaltungen bekannt machen, freue mich auf neue Begegnung und Erfahrungen!

Die klingende Reise in den Sternenhimmel

Alle sind herzlich eingeladen!

Klingend oder schweigend,

auf äußerer Reise oder auf dem Weg nach innen.

Im Funkeln des Sternenhimmels

spiegeln sich die goldenen Blüten der Seele.

Ausdruck von Kraft und Ruhe

Sun Chao 孫超 schafft immer wieder Gegensätze zu Vereinen. Mit diesem Ti Liang Hu druckt er die Ausdehnung der Kraft und Standhaftigkeit von Ruhe aus. Nur der Anblick auf die Kanne gebe mir bereits ein Anker in dieser sehr anspruchsvollen Zeit!

Zini Kanne von Sun Chao
Gravur von seinem Lehrer Wu Dongyuan
260 ml Fassung 60000 renminbi hat es in einer Auktion gekostet.

提梁壺 Tiliang-Hu, die Teekanne mit fest angebrachtem Henkel, ist in Europa noch immer eine seltene Erscheinung. In vergangenen Zeiten jedoch galt diese Form als kostbares Sammlerstück unter wahren Teeliebhabern. Für jeden Meister der Kannenkunst war es eine anspruchsvolle Prüfung seines Könnens, diese anspruchsvolle Form vollendet zu beherrschen.

Euch wünsche ich auch viel Freude beim Anblick!

Einladung zu einer klingenden Reise in den Sternenhimmel

Shui Tang freut sich, Musikfreunde, Keramik Freunde und Teefreunde zu einem besonderen Anlass einzuladen!

Wenn ich eine Tianmu-Schale von Lo Senhao in die Hände nehme, reist meine Seele durch die Galaxien. Trinke ich Tee aus dieser Schale, geht die äussereReise fliessend in eine innere über. Worte vermögen diese Reise und ihre Magie nicht vollständig zu beschreiben – vielleicht aber Klänge?

So wie der Tee eine neue Dimension gewinnt, sobald er in eine Tianmu-Schale gegossen wird, stellte sich der Schweizer Komponist Fabian Müller vor, Klänge in eine solche Schale zu gießen. Langsam erfüllt Musik den Raum, berührt von den Farben, dem Licht und der Atmosphäre der Schale – als würden ihre Muster, ihre Tiefen und die Universen, die sich beim Betrachten eröffnen, zu Tönen werden.

Auf diese musikalische Reise, getragen vom wunderbaren Klang zweier Violoncelli, nehmen Sie die renommierte taiwanisch-schweizerische Cellistin Pi-Chin Chien und ihr Mann Fabian Müller mit.

Datum: 29. August 2026

Zeit: 17.15 – 18.15

Ort: Kloster Einsiedeln. Grosser Saal.

Kollekte. Spende für Lo Senhaos Keramik-Projekte und für das Kloster Einsiedeln.

Anschliessend Tee als Abschluss für die Musik «KlingendeReise in den Sternenhimmel» und als Dank an das Kloster Einsiedeln. Details entnehmen Sie bitte den Informationen auf der Webseite. Anmeldung erforderlich.
Ebenfalls Kollekte – Spende für das Kloster. 

 

Heiß!

Witze aus Taiwan

Mais fragte Popcorn: ist es sehr heiß draußen?

Popcorn antwortet: shut up!

Trinke einen Tee, es hilft. Jede Teesorte kann kalt ziehen lassen.

Hier etwas schönes anzuschauen: neue Xishi Kanne von Yin Min aus Zhuni! Rechts noch nicht gebrannt und links bereits aus dem Ofen.

Fast alle Zhuni Kanne sind im Elektro Ofen gebrannt weil diese Tonart sehr empfindlich ist. Das Erfolgsquote von Elektro Ofen ist höher.

Degustation mit Duanni, Tianqingni-Gasofen, Tianqingni-Elektroofen Sangbian Hu -2

Mit Yin Min tauschte ich mit unseren Eindrücken über die Tonarten. Für sie ist Duanni Kanne ein schönes Material für frischen sanften eleganten Tee. Sie liebt mit Duanni Grüntee und weissen Tee zu trinken. Teekanne im Gasofen zu brennen verbirgt mehr Gefahr während des Brennens kaputt zu gehen. Aber die Quelle der Hitze erzeugt mehr Atmosphäre und geben die Oberfläche der Kanne mehr Ausdruck und Ausstrahlung. Kanneform von starken Ausdruck kann im Gasofen besseren Effekt erhalten. Der Tee schmeckt aus dieser Produktion mehr Facetten und der Körper wird hervorgehoben. Andererseits im Elektroofen ist das Brennen ruhiger, es hat weniger Sauerstoff. Die Oberfläche der Kanne hat dadurch mehr Glanz. Man muss den Tee schneller aus der Kanne aufgiessen. Daher eignet sich solche Produktion sehr gut für duftenden Tee und Oolong. 

Sie sagte, sie hätte nicht gedacht, dass wir so viele Unterschiede aus diesen drei Kannen schmecken können! Trotzdem sagte sie, die Form einer Kanne ist wichtiger als die Tonart. 

Es gibt so viel zu entdecken! Man kann mit einer tollen Teekanne die Welt des Tees wunderbar entdecken! Es macht so viel Spass mit tollen Teatoys, mit interessierten Teefreunden und in der Welt des Tees zu flanieren!

Degustation mit Duanni, Tianqingni-Gasofen, Tianqingni-Elektroofen Sangbian Hu -1

Dominik wollte verstehen, worin besteht der Unterschied von Tianqingni von Gasofen und Elektroofen?  Wir haben das Glück 3 verschiedene Sangbian Hu von Yin min 尹旻 aus 3 verschiedenen Tonarten zu degustieren. Aus Taiwan brachten wir neue Muster von Yus Puer 2026. Das ist eine wunderbare Gelegenheit, den neuen Tee mit diesen drei Kannen zu degustieren.

Wir degustieren Nannuoshan Gushu 2026 April aus Menghai als der erste Versuch. Nannuoshan besuchte ich 2013. Am Anfang konnte ich mit diesem Tee nicht umgehen. Er war für mich schwer zugänglich: adstringierende und herbe Note dominierten. Erst während der Corona Zeit entdeckte ich der inzwischen 10 Jahre alten Nannuoshan Gushu die feinen Süsse und breiten Körper. 2026 konnte ich endlich eine neue Edition produzieren lassen. 

Wir nahmen 2 g und warteten 2 Minuten. Das Ergebnis ist interessant: Der Nannuoshan kam aus dem Tianqingni-Elektro Ofen feine Süsse und kristallklar. Aus dem Gasofen war die Mischung zwischen den Süssen, herben Noten und Kurven von Nuance sehr deutlich. Aus dem Duanni ist der Tee, klar, süss und breit. 

Der zweite Tee war Fenghuangwo Gushu 2026 aus Yiwu. Der schöne elegante Fenghuangwo offenbart sich in beiden Tianqingni hervorragend. Seine facettenreiche Kontur konnte sich in dem Gasofen Brand noch besser zeigen. Aber Duanni enttäuscht uns nie. Er lässt den tanzenden Fenghuangwo (Phönix Nest) auf unsere Zunge drehen und schöne Figuren machen. Starke Körper, balsamierende Abgang mit wildem Ruf und kristallsüsse florale Note. 

Der dritte Tee ist Lishan Qingxin 2004. Der gelagerte Oolong versetzt uns in die Berglandschaft in der Vergangenheit. Die Erinnerung könnte «schwarzweiss» sein: der Tee verzaubert uns mit seinen Duftkurven, auch wenn die frischen blumigen Noten nicht mehr im Vordergrund sind. Der Tianqingni-Gasofen malt uns die kurvige Landschaft mit klaren Bergkontur, während der Tianqingni-Elektro uns ein Sumie Bild hinterlässt. Duanni Kanne zeigt uns eine schwarz-weiss Fotographie.

Ich schrieb Yin Min und sie erzählte mir interessante Aspekte als Yixing Kannen Meisterin. Der Text folgt.